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„Barbara!" rief Constantia.
Aber schon war die Nonne hinter dem Gesträuch verschwunden und als Constantin sich vorschlich, sah er nur noch das flatternde Gewand der Davoneilenden.
Da zog auch er sich zurück, um nun den Garten unbemerkt verlassen zu können.
Barbara aber erreichte das Klostergebäude; sie stürzte athemlos in ihre Zelle, ergriff ihr Brevier und eilte nach der Kirche auf das Nonnenchor. Der Dienst war bereits im Gange, Barbara hatte sich trotz ihrer Eile doch verspätet.
Ihr spätes Kommen wurde bemerkt, mehrere Nonnen wandten sich nach ihr um, auch die Priorin, und Barbara bangte bei diesem Zeichen, sie begab sich auf ihren Platz und stimmte mit zitternder Stimme in den Gesang ein.
Aber indem sie sang, waren ihre Gedanken nicht bei der Sache, sie schweiften hinüber zu Constantin, dessen Kuß noch auf ihrem Munde brannte, dessen Händedruck sie noch fühlte.
Zugleich aber bangte sie vor dem, was nun noch erfolgen sollte, denn sie kannte ja die Strenge, mit welcher die Oberin auf pünktliches Einhalten des Kirckendienstes bestand und mit welchem finsteren Ernste sie jede Versäumniß rügte. Sie hatte das späte Kommen ja bemerkt, daher war auch ein Verhör unausbleiblich und sie verstand es da, gleichsam bis auf das Blut zu gehen.
Dieses gefürchtete Verhör blieb denn auch nicht aus. Nach beendetem Kirchendienst, als die Nonnen im Refectorium sich versammelt hatten, wandte sich die Oberin mit strenger Miene zu Barbara und fragte, weshalb sie zu spät zu der Hora gekommen wäre und wo sie gewesen.
„Ich war im Garten!" entschuldigte sich Barbara mit leiser Stimme.
„Was machtest Du dort?" fragte die Priorin.
Barbara fühlte, wie bei dieser Frage sich ihr Gesicht höher färbte.
„Ich sah nach den Blumen und pflegte sie," entgegnete sie dann noch leise.
„Welche Blumen?"
„Die im Garten stehen."

