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wußte zwar nicht, ob auch hier solche Geschichten möglich sein würden, wie sie einst erfahren und die gleich schaurigen Märchen klangen, aber sie fürchtete es doch, denn die Erfahrungen, die sie bisher in dem Kloster gemacht, hatten sie vollkommen überzeugt, daß das Kloster keineswegs das sei, für was es die Außenwelt gern hielt, die Stätte des Friedens und der Liebe, sondern nur zu oft gerade das Gegentheil, daß es auch hier unter den Klosterfrauen solche gab, die zu Vielem fähig waren und eben zu Schlimmem.

Vier Wochen sollte es ihr verwehrt sein, Constantin zu sehen, oder auch nur in entfernten Verkehr mit ihm zu treten. Dieses war eine ewig lange Zeit! Was sollte Constantin denken? Mußte er nicht in die größte Unruhe wegen ihr versetzt werden? Was sollte sie thun, ihn von dieser Unruhe zu befreien? Ach, wie sie sich auch das Hirn zermarterte, so fand sie doch keine Wege, kein Mittel, um Constantin einige Nachricht zukommen zu lassen.

Noch nie war Barbara das Kloster mehr als Gefängniß vor- gckommen als eben jetzt, und ihren Lippen entrang sich eine Ver­wünschung gegen das Haus, welches seinen Bewohnerinnen solchen Zwang auferlegte, der unerträglich werden mußte.

O, hätte Barbara jemals ahnen können, welches Schicksal ihrer hinter den Klostermauern wartete, sie würde nie dem unseligen Ge­danken Raum gegeben haben, hier eine Zuflucht zu suchen, wo sie nur Enttäuschung und Elend gefunden.

Unglücklicher Gedanke, in das Kloster zu gehen." stöhnte sie da. Warum gab es denn keine freundlich warnende Stimme, die mich zurückhielt von dem Schritte, welcher mich nur in das Verderben ge­führt. O, daß meine Stimme zu schwach ist, über die Mauern des Klosters zu dringen; ich wollte in alle Welt rufen: Hütet Euch, die Ihr noch warmfühlende Herzen habt, hütet Euch vor dem Kloster, wehrt Euch dadurch von der zu späten Reue."

Reue, bittere Reue war es ja, was Barbara heiße Thränen auspreßte, als sie sich jetzt auf ihr hartes Lager warf.

Aber der ersehnte Schlummer wollte nicht kommen und wieder und wieder traten die Bilder vergangener glücklicher Tage vor ihre Seele und zeigten ihr die Vergangenheit in verlockendem Lichte, dann aber wurden diese Bilder ernster, sie führten ihr die Zeit der Kämpfe und Schmerzen zurück.