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So schrieb er einst an Barbara:
„Die Liebe, weiche mein ganzes Wesen durchklingt, ist es, welche mich zu den größten Anstrengungen begeistert, mich kräftigt, daß ich selbst vor dem Schwersten nicht zurückschrecke und nrich befeuert, kühnen Mutbes zu versuchen, selbst das unmöglich Scheinende möglich zu machen. — Welches Wunder wäre der Liebe auch unmöglich?"
Auch Barbara schrieb, auch sie theilte (Konstantin alle die kleinen Erlebnisse mit, die ihr aufstießen, und in diesen Mittheilungen gewann selbst das Unbedeutendste Wichtigkeit für die Liebenden; denn so wie sie aus Eonstantin's Briefen sein ganzes Leben und Streben deutlich erkennen konnte, so lag hinwieder in ihren Briefen ihr ganzes Sein, Thun und Lassen, ihr Sehnen, Hoffen und Bangen klar enthüllt. So ist die Liebe; in ihren Augen enthält oft das Kleinste Bedeutung.
So ging es einige Zeit fort; dann kam Eonstantin nach Warschau und traf wieder mit Barbara zusammen. Wie glücklich war da das Paar! Eine befreundete Familie vermittelte das häufigere Zusammentreffen des Paares und dieses machte mit Bekannten häufige Ausflüge in die Umgebung der polnischen Hauptstadt, oder es wurden Kahnpartieen auf der Weichsel unternommen.
Dieses häufige Zusammensein Barbara's mit dem jungen Studenten blieb um so weniger unbemerkt, als sich das Paar bald wenig Mühe mehr gab, zu verbergen, wie es eigentlich gegenseitig stand; Eonstantin zeichnete das Mädchen so sichtbar aus, und das Mädchen gab sich seiner Unterhaltung mit solchem Wohlgefallen hin, daß es nicht schwer war, daraus auf das Weitere zu schließen.
Eine nächste Folge davon war, daß diensteifrige Seelen das Berhältniß der Tochter den Eltern hinterbrachten. Diese erkundigten sich nach dem Näheren und der Vater zog die Stirne kraus, die Mutter aber schüttelte den Kops.
„Laß Dich mit keinem Studenten cm," warnte die Mutter. „Diese Leute suchen mehr Zeitvertreib, und wenn sie auch ernstliche Absichten haben sollten, so dauert es doch oft Jahre lang, ehe sie einen Gedanken fassen können, eine solche Absicht endlich zur Ausführung zu bringen."
Vater Ubryk mißbilligte gleichfalls das Derhältniß seiner Tochter im höchsten Grade und wollte nichts von Studentenliebe wissen; er

