MerzeljirLes Kapitel.

Zwei Liebende.

In tiefem Schweigen lag die Gegend um das Schloß des Grafen Golchowsky, der Mond schien hell und freundlich herab ans das weißschimmernde Schloß, auf die niedrigen Hütten des Dorfes, aus die dunklen Waldungen und auf den Garten und den Park, die sich an das Schloßgebäude lehnten und es theilweise umgaben.

Es sah schon sehr herbstlich hier aus, die Blätter der Bäume hatten statt des mannigfachen Grüns schon sehr mannigfache bunte Farben angenommen, ihre Festigkeit, mit der sie sonst an den Zweigen hingen, war gelöst und bei jedem stärkeren Windzuge rauschten einige hernieder, den Boden bedeckend oder von dem Winde auf demselben in wirrem Tanze umbergetrieben werdend. Da streckten sich dann schon so manche kahlen Aeste und Zweige in die Luft.

Nur die Nadelhölzer hielten, dem Einflüsse der Jahreszeit sieg­reich Trotz bietend, ihr unverwüstliches, dunkles Grün fest und bildeten in dem Parke dunkle, schützende Gruppen.

Bon den Fenstern des Schlosses her glänzten noch einige Lichter; es war noch nicht so spät, daß alle Bewohner des weitläufigen Ge­bäudes schon hätten das Lager suchen sollen.

Durch den Garten aber huschte eine weibliche Gestalt, dicht in ein Tuch gehüllt; mit leichtem Schritte schlüpfte sie über die Kieswege und das raschelnde Laub und verschwand.

Dann tauchte hinter einem Gesträuch, gleichfalls vom Schlosse herkommend, eine männliche Gestalt auf; sie blieb einige Augenblicke stehen, sie hob die Arme in die Luft, ließ sie wieder sinken und zögerte wie unentschlossen, schaute bald in der Richtung aus, in welcher die weibliche Gestalt verschwunden war, bald wendete sie sich nach dem