Giimndfünfzigstes Kapitel.
Der Sturm gegen die Jesuiten.
Wieder brach die Abenddämmerung ein, und wie gestern ward um diese Zeit in den Restaurationen Krakau's ein immer regeres Leben, sie füllten sich dichter mit Menschen aus allen Classen, namentlich waren die Restaurationen in der Wassola und in den derselben zunächst liegenden Stadtbeilen sehr stark besucht. Es war auch sonst wie am gestrigen Tage; wirre Gerüchte über neue Entdeckungen im Kloster der Karmeliterinnen und über Vorgänge in anderen Klöstern, welche an den Tag gekommen sein sollten oder wirklich an den Tag gekommen waren, und die alle nur dazu dienten, die Wuth gegen die Klöster und deren Bewohner zu vermehren.
Man konte bemerken, daß in vielen Restaurationen einige Personen eine gewisse Leiterrolle zu spielen schienen und gleich Ordonnanzen von Zeit zu Zeit Personen verschiedener Stände eintrafen, welche Meldungen zu bringen und dafür Weisungen zu empfangen schienen, denn nach kurzem Gespräche entfernten sich diese Männer immer bald wieder. Auch Soltyk und Kotowsky waren wieder zugegen, und ihre Worte, welche sie zu den Versammelten sprachen, athmeten Erbitterung gegen das Klosterwesen und vor Allen gegen die Jesuiten, welche sie wiederholt als Quelle der Nebel bezeichneten, die sich in geistlicher Hinsicht bemerklich machten.
„Ohne diese Wölfe im Schaafskleide würde auf der Erde viel mehr Licht herrschen," sagte Soltyk. „Das Wort ist gleichbedeutend mit Hinterlist, Falschheit, Herrschsucht, Habgier und Finsterniß. Laßt uns die Axt an den Stamm legen, aber nicht, indem wir ihm nur die Aeste abhauen, sondern, daß wir die Hand an die Wurzel legen, sie herausreißen aus der Erde, und jede Wurzelfaser muß bis zum kleinsten Theil aus der Erde gesucht und vernichtet werden, damit keine Möglichkeit mehr ist, daß neue Triebe aus der Erde kommen

