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fernen von der Angelegenheit gesprochen, und es war deshalb an ihn eine Vorladung ergangen, sich dem Gericht zur Vernehmung zu stellen. Nun war er todt, und mit ihm das Gericht eines Zeugen beraubt, der höchst wichtige Aussagen hätte machen können. Die Verhaftung der Oberin und ihrer Vorgänger hatten beruhigend aus das Volk gewirkt, so daß die folgende Nacht ohne alle Ruhestörungen vorüber- ging, obgleich sich fortwährend zahlreiche Gruppen vor den Klöstern sammelten und sich von den Tagesereignissen lebhaft unterhielten. Aber am folgenden Tage nahm die Gährung wieder zu und wieder waren die Restaurationen sehr zahlreich besucht, wieder fanden sich die Leiter der Bewegung dort zusammen, und auch Kotowsky und Soltyk, die alten Freunde, waren zugegen. Man hatte schon Kunde von dem räthselhaften Tode des Paters Lowkowiez in Czerna.
„Hier haben wir gewiß wieder einen echt jesuitischen Streich vor uns," sagte Soltyk. „Dieser Pater Lowkowiez wäre gegen die Nonnen und ihre guten Freunde, die Jesuiten, ein wohl furchtbarer Zeuge gewesen, und deshalb hat er fallen müssen, seine Zunge mußte stumm werden, ehe sie Verderben über dieses Volk brächte. — Ein totter Mund redet ja nicht mehr! Dieses ist ein Grundsatz, den die Jesuiten seit dem Entstehen ihres unheilvollen Ordens oft genug befolgt haben und den sie auch jetzt noch festzuhalten scheinen mit aller Kraft. — Das Geheimniß des Jesuitenpulvers ist wohl noch nicht ausgestorben, und so wie schon manche in's Gewicht fallende Persönlichkeit die Wirksamkeit dieses Pulverchens an sich erfahren hat, so kann es wohl auch in Zukunft vielleicht noch Der und Jener erfahren müssen, ohne es zu ahnen."
„Man sagt, der Pater habe sich selbst vergiftet, nachdem er die Vorladung des Gerichts empfangen," sagte Kotowsky.
„Leicht möglich, daß dem so ist," entgegnete Solryk, „und dann hat er auf gut jesuitische Art sich selbst der möglichen harten Strafe entzogen und damit zugleich seinen guten Freunden und Freundinnen einen schweren Stein vom Herzen genommen. Er hat sich also für seine Freunde geopfert, und diese werden ihm für dieses Opfer so viele Messen lesen, daß er mit aller Gewalt im Himmel kommt und er am Ende noch für einen Heiligen erklärt wird. — Solch' ein Opfer für seine Freunde verdient schon einen Heiligenschein."
„An der Höllenflamme angezündet," unterbrach ihn ein Zuhörer erbittert.
„Natürlich," entgegnete Kotowsky. „und vor solch' einem Heiligen schlage ich nicht drei, sondern gar dreihundert Kreuze. Der Pater Lowkowiez ist übrigens Zeit seines Lebens ein Weinschlauch gewesen, und die letzten Jahre sogar ein doppelter; so sagen denn seine ehrwürdigen Brüder, der Pater habe sich aus Desperation über die ihm zugegangene gerichtliche Vorladung im Weine etwas übernommen, und sei in Folge davon vom Schlage gerührt worden. Es läßt sich

