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daher müssen die Widerlagen deS letzteren stärker als des erstern seyn. Ein gothisches' Gewölbe fordert keine so dicke Widerlage, weil es nicht so sehr seitwärts als bleirecht drücket.
Nach dieser Beschaffenheit der Gewölbe läßt sich das Maß der Widerlage für jeden Fall leicht bestimmen. Wenn zwei Gewölbe neben einander auf einer gemeinschaftlichen Widerlage stehen, kann diese wegen des Gleichgewichtes des Druckes schwächer seyn Fig. 29.; der ^ig. 2S. Druck des Gewölbes A wird durch den gleichen Gegendruck des Gewölbes B auf die Widerlage 0 aufgehoben. Auch wird die Dicke der Widerlagen vermindert, wenn hierauf ein oder zwei Stockwerk hohe Mauern zu stehen kommen, oder wenn die einander entgegen stehenden Widerlagen mit Schließen verbunden werden; hierdurch wird gehindert, daß der Druck des Gewölbes die Widerlagen nicht hinaus schiebt.
§♦ 70.
Wenn die Gestalt und Größe des Gewölbes bestimmt ist, so verfertiget man aus Bre- tern mehrere Bögen von gleicher Gestalt und Größe, Fig. 30., welche man Lehrbögen nen- Fig. 30. net; diese werden, wenn man, sie, um das Gewölbe zu machen, aufrichtet, mit Blöcken unterstützet, und mit Querlatten oder Ziegeln befestiget. Man bauet darauf das Gewölbe aus Ziegeln oder gehauenen Steinen, und wenn

