Bei der Säulenstellung ist der Abstand der Achsen zu beobachten, welcher die Säulenweite genannt wird. Ist die Säulenweite zu groß, so stehet daS Gebälk in Gefahr, wegen -er eigenen Last zu zerbrechen. Nach dem Beispiele der Alten soll die Weite nicht über 1l> Model seyn. Vignola bestimmt die Säulen- weite bei der toskanischen Ordnung auf 6ß Model, bei der dorischen auf 7£ Model, bei der jonischen auf 6^ Model, bei der römischen und korinthischen auf 6§ Model.
Man kann von dieser Regel abweichen, wenn es die Umstände fordern; dann aber ist bei den 4 letzten Ordnungen auf die Verthei- lung der Dreischlitze, Dielenköpfe, Zahnschnitte und Sparrenköpfe wol Acht zu haben, daß immer einer von diesen mitten in die Achse zu stehen komme.
Die Eintheilung der Dreischlitze an einer dorischen Säulenstellung hat die meiste Schwierigkeit, weil die Zwischentiefe (Metope, Raum zwischen 2 Dreischlitzen) auf einem fortlaufenden Gebälke ein Quadrat seyn, und ein Trigliph mitten über der Achse stehen muß.
Damit die Deckel der Säulenstühle bei gekuppelten Säulen nicht in einander laufen, oder stch verwirren, so gibt man ihnen entweder gar keinen oder einen gemeinschaftlichen Stuhl,

