Vorwort»
Das Volksschulwesen hak seil den denkwürdigen Dreißigerjahren unverkennbare Fortschritte gemacht. ES wird seither als das beste und sicherste Mittel zur sittlichen Veredlung des Volkes betrachtet und darum mit Liebe und Begeisterung gehegt und gepflegt. Gleichwohl kann in den Schulen nicht alles gelehrt und gelernt werden. Es bleibt dem Leben noch gar Manches aufbehalten. Einmal wegen der immer noch sehr beschränkten Unterrichtszeit und dann auch wegen der Masse des Unterrichtsstoffes, der immerhin verarbeitet werden muß. — Darum haben es, trotz der sichtbaren Fortschritte, noch gar wenige Volksschulen dahin gebracht, ihre Zöglinge zu befähigen, die im Leben nothwendig vorkommenden schriftlichen Arbeiten von sich aus zu verfertigen. Es wäre dies auch kaum möglich, da in der Regel der Standpunkt der geistigen Entwicklung der Schulkinder eine nachhaltige Behandlung aller denkbaren Verhältnisse deS wechselseitigen bürgerlichen Verkehres nicht gestattet. Die Erlernung und Einübung derartiger schriftlichen Arbeiten bleibt demnach einer spätem Lebensstufe Vorbehalten. Weil dann aber die eigentliche Schule aufhört, so müssen passende Schriften die gelassenen Lucken ausfüllen, und zwar Schriften, welche sich vorzugsweise zur Selbstbelehrung eignen.
Von solchem Gesichtspunkte aus dachte sich der Unterzeichnete die Abfassung eines allgemeinen Briefstellers, womit er von der Verlagshandlung beauftragt wurde; und in der Hoffnung, denjenigen aus dem Volke nützlich zu werden, die sich nach zurückgelegten Schuljahren gerne in allem Nützlichen fortbilden, unterzog er sich endlich der in mehrfacher Beziehung schwierigen Arbeit. ^ Ob er die Aufgabe verstanden und befriedigend gelöst, mag das Publikum entscheiden; an redlichem Witten hat eS ihm nicht gefehlt.
Wenn es zwar die Sache selbst mitbringt, daß sich in allen Briefstellern Verwandtes, Aehnlichcs findet, da

