Erster Lheil.
Freundschaftliche Briefe.
I. Aillets.
3«) WciS find DiUctS?
^ie BilletS sind gewöhnlich kürzer und in einem vertraulichem Tone abgefaßt als die Briefe. Man beginnt und endigt ohne Umstände, schreibt sie bisweilen nur auf kleine fliegende Blätter, die man zusammenfaltet, oftmals ohne sie zu siegeln.
37) WaS ist aber doch dabei zu beobachten?
Man schreibt nur BilletS an Personen, die mit uns in gleichem Range oder überhaupt auf vertrautem Fuße stehen. An höhere Personen BilletS zu schreiben, würde als Verletzung des Anstandes angesehen werden. Ebenso werden die BilletS nie durch die Post, sondern immer durch ertra abgesendete Boten oder durch Gelegenheiten Jemanden zugesandt.
Nachfolgende Muster sollen die Sache erläutern.
1 .
Gräfin Maria von Schaumburg-Lippe an ihren Hofprediger Herder.
Aeußerst ungerne melde Ew. Hochehrw., daß ich morgen weder zur Kirche noch zur Kommunion kommen kann; ich bin noch krank von Haupt zu Fuß und der Arzt verbietet es sehr ernstlich. Wehe thut es mir, das kann ich nicht leugnen; ich hatte mich so lang und so herzlich auf den Tag gefreut. Doch der liebe Gott will es anders, gelobet sei sein Name!

