leiden muß," und schritt klopfenden Herzens nach der Gegend zu, von woher die Stimmen kamen. Da ge­wahrte er eine Höhle im Felsen, die mit einem starken eisernen Gitter verschlossen war, hinter welchem viele Menschen, Männer, und Weiber, gefesselt lagen und mit kläglicher Stimme um Erlösung sichten. Erstaunt ging der mitleidige Bruder näher zu den Gefesselten und fragte sie um die Ursache ihrer Schmach. Da schrieen sie:Wir haben gesündigt an unfern Brüdern und an dem Könige unseres Landes, und darum hat er uns dem Henker überantwortet. Nur ein Lösegeld von fünf­zig Beutel Goldes kann uns erretten; wer aber wäre so großmüthig, diesen Schatz für uns dahinzugeben?"

Ich will es thun," sagte der Bruder,wenn Ihr mir versprechet, Buße zu thun und abzulassen vom Bösen." Und als sie sich verschwuren und gelobten, ihr Versprechen zu halten, da ging der Bruder in die Stadt des Königs, die nicht ferne war, und bot dem Herrscher das goldene Kreuz an als Lösegeld für die Verbrecher. Der König aber nahm das Kreuz mit Freuden an, denn es überstieg an innerm Gehalt den Werth der Lösesumme um ein Bedeutendes, und ließ sofort die Gefangenen frei.

Mittlerweile hatte der jüngste der drei Brüder einen andern Weg eingeschlagen und erreichte in Bälde die große arabische Wüste. Viel Ungemach hatte er hier auszustehen, und oft litt er Hunger und Durst. Er grub mit seinem Wanderstabe den Boden auf und netzte seine Lippen an den feuchten Schollen; dem Raubthier der Wüste jagte er seine Beute ab und kämpfte mit den Vögeln des Himmels um eine labende Frucht.