49
werfen, da war Heulen und Zähnklappen; und er fetzte ihnen einen Wächter mit blitzendem Schwerte bis an das Ende ihrer Tage.
Es begab sich aber, daß einer der. wahren Söhne, — man weiß nicht, welcher, da sie einander so ähnlich sahen, daß man sie nur an den Symbolen zu erkennen vermochte — nach langer Wanderschaft endlich an den Thoren der Residenz seines Vaters anlangte. Es war aber dunkle Nacht und die Thore geschlossen. Da pochte er an die Pforte und bat einen Wächter innerhalb der Stadt, ihm zu öffnen. Dieser aber sprach: „Der neue König, welcher unser Reich jetzt beherrscht, ist streng und unerbittlich gegen jeden Fremden, der es wagt, zur Zeit der Nacht sich diesen Mauern zu nahen, und hat befohlen bei seinem königlichen Zorn, Niemand einzulassen."
Des erschrak der Sohn und sprach: „So lebt der alte Emir nicht mehr, und ein Fremdling hat seinen Thron eingenommen?"
„So ist's!" entgegnete der Wächter, „wisse, daß der alte Fürst heimlich überfallen und gefangen gesetzt wurde und Niemand weiß, ob er noch lebt. Uns aber ist befohlen worden, heimlich einen Jeden zu erforschen, ob er vielleicht einer der drei Söhne des ehemaligen Emirs sei, damit wir ihn festnehmen und dem Zorne des Königs überliefern können. Grausam ist der Befehl, und mir geht das Schicksal der fernen Söhne zu Herzen; denn ich habe sie gekannt und liebte sie sehr."
Da konnte sich der Sohn nicht länger halten, sondern rief mit lauter Stimme: „Ich bin einer der
4

