„O Fremdling," antwortete der Fährmann, ^mcht wirst Du über einen viel dunkleren Strom fahren müssen, und der Fährmann möchte sich nicht bloß mit j einem Mährlein begnügen als Lohn der Ueberfahrt. f
Aber erzähle Deine Geschichte!" !
20 .
Das gute Volk und der schlechte König.
„In einem Lande, wohl Lausend Meilen gen Abend," so erzählte Mehanna, „lebte ein Volk, das der Himmel gesegnet hatte mit allerlei Gütern dieses Lebens; dazu gab er ihm Verstand und Einsicht, das ! Rechte zu wählen zu nützlicher Anwendung, also, daß ! es dem Volke nie gebrach an Allem, was Sinne und Geist erquickt.
Das Volk hatte aber keinen König, sondern es wurde unsichtbar gelenkt von einer mächtigen Fee, die ihm der gütige Gott zum Oberhaupte gesetzt hatte. Das Volk wußte es aber nicht; denn noch Niemand hatte die Fee gesehen, und wenn dem Einen oder Andern sein Feld ganz besonders gut gedieh oder seine Heerde, ; so schrieb er es nicht dem Einflüsse des Schutzgeistes ; zu, sondern seinem eigenen Fleiße und dem Segen des ! Höchsten. Und das war gut; denn der Eigendünkel j des Menschen sträubt sich gegen die Anerkennung fremder Verdienste und schafft lieber Nichts, als daß er den Ruhm des Schaffens mit einem Andern theilen sollte.

