59

Jeder glaubte falsch gehört zu haben; bis endlich die erstarrten Gefühle in einem donnernden Jubelrufe sich Luft machten, welcher bis in das stille Gemach des Königs drang, der eben damit beschäftigt war, eine Liste derjenigen Priester anzufcrtigen, welche er für fähig hielt, das Volk zu unterrichten; die übrigen setzte er ab und verwies sie Landes. Das war sein er­ster Triumph!

Mit Niesenschuelle stieg das neue Gebäude in die Höhe; 'Jeder legte Hand an, Jeder that es mit Freuden, und solche Arbeiter fördern. An dem Taffe, wo der Maurer den letzten Stein fügte, bekam der König einen schwarzgesiegelten Brief. Er kam von dem obersten Feldhauptmann seiner Truppen, die in einem Nachbarstaate Krieg gegen die Eingeborenen führten, und enthielt die schmerzliche Nachricht, daß seine beiden einzigen Söhne, die den Feldzug mitgemacht hatten, um Taktik zu lernen, in einem unglücklichen, blutigen Treffen gefallen seien. Der König wurde bleich, und eine große Thräne siel auf den Brief. Er starrte lange vor sich hin; dann sagte er:Sie sind dahin; so muß ich mir andere Thronfolger suchen. Ist mein Heer auf dem Rückzüge?" fragte er dann den Boten.

O großer König!" crwiedcrte dieser,Du hast kein Heer mehr!"

Es ist gut," sagte der König,das Volk soll mein Heer sein."

Und des andern Tages ließ er das Volk zu sich