69

des Königs eigener Hand ausgezeichnet, den Pallaft verließ, so beugten dieselben Soldaten, welche ihn aus den Kerker geschleppt hatten, ehrfurchtsvoll die Kniee vor ihm, und Jeder suchte seine Freundschaft zu gewin­nen.Seht!" sagten diejenigen, welche ihn zuvor mit Abscheu betrachtet hatten,sehet die Tugenden dieses Mannes! Glückliche Stadt, die solche Männer auf­weisen kann!"

Mehanna aber kam noch desselbigen Tages aus dem Kerker.

In einem großen Saale der königlichen Hofburg hing die vom Könige sanetionirte Reliquie in einem goldenen Schranke, im Strahle von tausend Wachs­kerzen. Tag und Nacht wallte die Schaar der Vereh­rer schweigend ein und aus; Tag und Nacht klangen die Gold- und Silberstufen in den ausgestellten Opfer­becken, und ihr Klang tönte bis in das Gemach des Königs, der sinnend den Plan des neuen Pallastes entwarf. Noch ehe eine Woche verflossen war, füllte sich der Schatz bis zum Ueberfluß, und der König machte in der Freude des Herzens den Fährmann zum Finanzminister.

Eines Tages kam auch Mehanna, der bis jetzt unbekannt in einem abgelegenen Theile der Vorstadt gelebt hatte, des Wegs daher nach der Hofburg, und die wogende Menge fluthete ihn unbewußt bis in