zu ihm, « wolle es durchaus nicht, daß er ihn verlasse. Er war über diesen Punkt einig, konnte sich aber nicht zu dem entschließen, was die Folge davon war: eine ge- wohnliche Schwachheit, welche man fast bei jedem Unglücklichen bemerken kann. Durch das Uebermaaß seiner Aufregung gerieter in einen Zustand völliger Betäubung, aus der ihn nicht einmal der durch die Ankunft der Gaste verursachte Lärm aufschreckte. Sein Vater ging zu ihm und fand ihn sitzend und unbeweglich, den Kopf gegen die Mauer gestützt, mit stieren Augen, das Gesicht von den Thränen aufgeschwollen und unordentlich gekleidet.
Julius, sagte Hr. v. Vtllo, nach dem, was mir Thiem gesagt hat, sehe ich, daß du, wie ich es hoffte, das Vernünftigste thun wirst. Jetzt handelt sichs, mein Sohn, darum, deine Strafe nach Gebübr auszuhallen; wohlan, kleide dich um, denn in diesem Zustande zu erscheinen, wäre wahrhaft erniedrigend, und daß dein Be- »ragen deinen Fehler wieder gut macht, so verschaff« dir die Achtung derer, welche Zeugen deiner Bestrafung sein werden."
Der arme Julius brach bei diesen Worten in Thrä» neu aus. Sein Vater legte die Hand auf seine Schulter und sprach mit Zärtlichkeit: ,,Du wirst, mein Sohn, in deinem Leben vielleicht keine härtere Probe zu bestehen haben, aber glaube mir, daß es dich immer freuen wird, sie rühmlich bestanden zu haben." Diese Worte gaben dem Julius neues Leben, indem sie ihn von der Achtung seines Vaters versicherten. Er stand auf, um sich umzukleiden; kaum damit fertig, ertönte die Mittagsglocke, und eS befiel ihn ein Zittern, so, daß eS ihm unmöglich war sich zu überwinden. Da kam seine Mutter und fand ihn in diesem Zustande. „O mein Kind, mein armer Julius l" sprach sie, ihn umarmend und konnte kaum die
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