Thränen zurückhalten, „ich habe alle Tage zu Gott gebeten, daß er dir Muih gebe, hak er mich also nicht erhört?"
Julius war fromm; er hob seine Hände gen Himmel und betete, und der Allgülige verlieh ihm Stärke; er versprach seiner Mutter, nichr zu verzagen, bat sie aber, allein hinabzugehen, weil er lieber kommen wolle, wenn schon Alles bei Tische wäre.
Man hatt« schon mehrmals nach ihm gefragt und die Kinder würden ihn in seiner Kammer aufgesucht haben, wenn sie ihnen Jemand gezeigt hatte. Beim Eintritt ix den Speisesaal waren die Kinder erstaunt, neben dem großen Tische auch ein kleines Tischchen zu sehen. ,,Dieß ist für JuliuS," sagte betrübt sein kleiner Bruder Friederich, „zur Strafe." Die Kinder waren erstaunt und sagten es ganz leise ihren Aeltern, die es aber nicht glauben wollten, und alS man in dem Augenblick, wo man sich setzt«, Julius eintreten sah, bleich, die Augen auf den Boden geheftet, und mit jedem Schritt, der ihn dem Tische naher brachte, von sichtlicher Unruhe ergriffen, betrachtete Eines dar Andere, und man bemerkte, daß Frau v. Villa plötzlich eben so blaß, wie ihr Sohn wurde. Da sagte sie, wahrend Alles still blieb, zu ihrem Bruder, der am Ende ver Tafel saß, damit eS Jedermann hörte: „Karl, ich muß mich beeilen, dir zur Ehre meines Julius zu sagen, daß die Strafe, welche er erleidet, eine freiwillige ist. Ein Fehltritt, an dem er Theil genommen halte, hätte traurig- Folgen für einen Andern haben können, und Julius unterzog sich, aus Liebe zu ihm, allein der Bestrafung. Es ist noch keine Stunde verflossen, daß er wiederholt wählen konnte; er beharrte aber auf seinem Vorsatz."
„Er scheint mir, sagte Hr. v. Blau, daß, von
/
em 39 m

