das st« erhielt. Wurde Marie eine eben so aufrichtige Neigung gegen sie gefühlt haben, so hätte gewiß Margare- lha nicht immer gewollt, baß sie ihr gehorchen solle. Als sie einmal mit einander daS Federspiel spielten, wollte Margaretha die Federbälle niemals berührt haben, und wenn Marie sagte, sie habe gesehen, daß st« es gethan habe, so wurde Margaretha zornig, und alS Marie auf silier Aussage beharrte, warf sie AlleS weg, sagte, sie wolle nicht mehr spielen, nahm ihre Federballe und schloß sie ein. Wenn sie nun nachher wieder lustig wurde, so suchte sie die Marie auf verschiedene Weise zu plagen, entweder zu erschrecken, oder ihr die Haare auszureißen oder während sie sich setzen wollte, den Stuhl wegzuziehen, obgleich Marie bat, ihr Nichts zu thun; wurde Marie darüber böse, so sagte Margaretha, sie verstehe eben keinen Spaß. Wenn aber Marie mit ihr spassen wollte, auf «ine Art, die ihr (der Margaretha) nicht arr- zenehm war, oder sie, ohne es absichtlich zu thun, auf »rn Fuß und auf das Kleid trat, ha geiieth Maraareth»
kein Wort mehr, indem sie wußte, was ihrer Tochter noch zu thun übrig blieb, um großmüthig zu sein.
Eine andere Gespielin Margarethens war Marie, die Tochter ihrer Gouvernante, die ein Jahr älter war als sie. Margaretha liebte sie recht innig und machte ihr, so oft sie konnte, Geschenke, und zwar solche, die von Nutzen waren. So kaufte sie sich einmal Handschuhe, welche sie von ihrem Taschengeld bezahlen mußte, nur deßwegen etwas größer, als sie dieselben bedurfte, damit sie in der Folge Marie noch gebrauchen könnte; ihre Schuhe trug sie nicht, bis sie zerriffen waren, damit sie auch Marie noch tragen könnte. Sie hatte ihr von ihrem Taschengeld einen ihrer alten Strohhüte zurecht machen las. sen, und gab ihr jedesmal einen Theil des ZuckerweikS,

