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fen von Zeichnungen, beim Schaltiren aller Arten von Zeichnungen, als Blumen, Figuren oder Landschaften. Sie bekam bald so viel Arbeit, daß sie immer vollauf zu thun hatte und wurde, da sie viel vorzüglicher, als die gewöhnlichen Stickerinnen, arbeitete, sehr gut bezahlt. Diese Arbeit wurde daher bald ihre einzige Beschäftigung, weßhalb manchmal Marie sagte: „Liebe Mutter, wann werden Sie denn aufhören, so viel zu arbeiten?"
„Wann du einmal für mich arbeiten kannst,^ ant« wertete ihre Mutter und Marie faßte sogleich den Enla fchluß, sich dieses nicht noch einmal sagen zu lassen. Nun machte sie Pläne auf Plane, welche sie gleich darauf wieder verwarf. Ungeachtet ihrer großen Herzensgute und Zärtlichkeit war sie manchmal so zornig und eigensinnig, daß man nicht wußte, ob sie es sei, man konnte zuweilen über ihre natürliche Liebe für daS Gute erstaunen, und gleich darauf über die Verkehrtheit ihrer Wünsche unwillig werden.
An dem auf die angenehme Parthie nach Lustenau folgenden Morgen, fühlte Frau König beim Aufstehen mehr, als sonst die Müdigkeit von dem langen Arbeiten in der Nacht. Sie kleidete sich nachlässig an, wobei sie sich von einem Stuhl auf den andern setzte; und als dir Aushelferin, welche täglich mehrmals kam, um dir Be- dürfnisse in ihrer Haushaltung und Küche zu besorgen, an der Thüre klingelte, öffnete sie ihr so langsam, daß man hätte meinen sollen, sie könne gor nicht aufstehen.
„Wenn Sie, liebe Mutter" sagte Marie, sich in einen großen Lehnsessel bei der Thüre werfend, alS wenn sie es nicht Langer mehr aushalten könnte, „mir wirklich angehören, wie Sie es sagen, so werden sie wohl heute meine Arbeit für mich thun."
„Ach, antwortete ihre Mutter halb ernst, halb spaß.

