Mim Ihr für solchen Preis losschlagt. Wirb Euch im Leben nicht wieder geboten, Herr Nachbar."
„Kann nicht sein, ganz unmöglich," entgegnetc Herr Gabriel. „Darf keinen Schritt thun ohne Einwilligung des Bruders."
„Nun, so schreibt an Ihn, Gevatter! Oder ich will schreiben," sagte Herr Ledermann, schon ein wenig unwillig darüber, daß nicht gleich Alles nach seinem Kopfe ging. Denn wir wissen ja, daß reiche Leute, die doch nur wenige Wünsche haben sollten, und jedenfalls weniger, als die Armen, dennoch gleichviel verdrießlicher werden, wenn ihnen nicht Alles zu Wunsche geht, als die armen Leute, denen oft gar kein Wunsch erfüllt wird in ihrem ganzen Leben. Nun, das kommt denn daher, daß sie verwöhnt sind und nicht dankbar genug gegen den lieben Gott, dem sie doch Alles verdanken, was sie haben. Und so war denn Herr Leder- mann auch verdrießlich, und wurde schrecklich ärgerlich, daß er den Garten nicht gleich einstecken und bezahlen konnte. Herr Gabriel aber sagte ganz ruhig, das Schreiben an den Bruder würde int jetzigen Zeitpunkte nicht viel nützen, indeni der Professor eine naturfor- schende Reise unternommen nach Guyana, wie er erst kürzlich von einem Geschäftsfreunde in der Residenz erfahren. — Wann er aber von dort zurückkäme, das wisse er nicht, und sein Bruder selber wahrscheinlich auch nicht. In jedem Fall aber müsse Nachbar Ledermann nun wohl einsehen, daß aus dem Handel mit dem Garten durchaus nichts werden könne, wenigstens vor der Hand nicht.
Herr Ledcrmann zog sein dickes, rothes Gesicht in mürrische Falten und sagte empfindlich: „Nachbar, das

