Bicrtes Kapitel.

Ein Unglück kommt selten allein.

Unglück kommt selten allein. Diese Erfahrung haben wir in unserer Geschichte nun schon einmal ge­macht, und müssen sie jetzt von Neuem machen. Herr Gabriel Hochland senior vermochte den harten Schick- salsschlägcn, die ihn so kurz hinter einander betrafen, keinen Widerstand zu leisten. Der unglückliche Mann war eben noch gar nicht an Leiden und Kümmernisse gewöhnt und also auch nicht dagegen gewaffnet. Bis zur neuesten Zeit war es ihm immer über Erwartung gut gegangen. Kein Wölkchen hatte den reinen Le­benshimmel seines Glückes getrübt, in ungestörter Zu­friedenheit waren seine Tage verflossen, und jeder Tag hatte ihm irgend eine Freude, irgend einen Anlaß zur Dankbarkeit gegen Gott gebracht. Jetzt auf einmal und ganz unerwartet waren zwei schwere Gewitter über sein ünbeschütztes Haupt emporgestiegen, und droheten mit Einem Schlage sein ganzes bisheriges stilles Glück bis in die Wurzel hinein zu zerschmettern. Schon die Er­öffnung des neuen Geschäftes hatte seinem Frieden einen harten Stoß versetzt, und der Verlust seiner redlich und mit Entbehrungen erworben Erspar­nisse drohte den harten Stoß tödtlich zu machen. Ein paar Tage nach dem Empfange des Nriasbriefcs aus der Residenz schlich er bleich, matt und mnthlos in seinem Hause umher, und nach Verlaus noch einiger