Herr Gabriel Hochland gab sich zufrieden. Der Bruder blieb ihm lieb und werth, und alljährlich ging ein schwerer Geldbrief nach der Residenz, von dessen Schicksal er einmal aus der Hand kein Wort mehr hörte.

Zweites Kapitel.

Der Nachbar nach hinten zn.

A-llcs ging seinen gewöhnlichen Gang. Die Firma Gabriel Hochland florirte nach wie vor und die Familie Hochland befand sich im besten Wohlsein und recht behäbigen Umständen. Außer dem Gabriel 86- nior gab es nun auch wieder einen Gabriel junior, und nach menschlichen Berechnungen konnte es gar nicht fehlen, daß dieser Letztere, ein schmucker, munterer Junge, dereinst in die Fußtapfen seines Vaters treten werde, wie dieser in die Fußtapfen seiner Vorfahren. Außer Gabriel junior erfreute sich auch das Haus noch einer Tochter, die dem Onkel Naturforscher zu Ehren in der Taufe Wilhclmine genannt worden war. Beliebter Kürze halber wurde sie aber Minchen gerufen. Sie blühcte wie eine Rose, und als sie scchszehn Jahr alt war, hieß es einstimmig in der ganzen Stadt, Min- chcn Hochland wäre doch das hübscheste und wackerste Mädchen in Lautcrbera, urtb selbst in der Residenz gäb' es wohl kaum ihres Gleichen, was Tugend und Schön­heit anbetrifft. Wahr ist's, daß Minchen außerordent-