Sechstes Kapitel.

D i e Heimkehr.

Aer Morgen war hell und freundlich, die Sonne schien lustig auf Wald und Feld, und die Vöglcin jn- bilirten in den Lüften wie in den Zweigen der Bäume. Gabriel aber saß stumm und traurig auf seinem Stroh- bunde, das der Vetter aus Rohrdorf zur Bequemlich­keit des Jünglings auf den Wagen geworfen hatte, und hing trüben Gedanken nach. Was mochte wohl sein Vater sagen, wenn er nun so ganz unverrichteter Sache nach Hause zurückkehrte, wenn er nichts mitbrachte, als eine unnütze Schildkrötenschaale und den Zorn des Oheims, den er auf sein Haupt herabgezogen, wenn auch ganz wider seinen Willen und ohne böse Absicht? Und wie mochte es dem Vater selber ergehen? Hatte sich sein Zustand verbessert oder verschlimmert? Und was sollte endlich aus ihnen Allen werden, wenn nun keine Hülfe kam? Und von wo sollte die Hülfe kommen?

Ach Gott, der arme Gabriel hatte gehofft, der Oheim würde ihn freundlich aufnehmen, würde ihn fragen, warum der Vater dieß Jahr den Miethzins nicht zahlen könne, würde theilnchmend zuhören und endlich denn er war ja doch ein reicher Mann, dem im Grunde wenig an dem Häuschen und Garten in Lauterberg gelegen sein konnte seine milde Hand aufthun und sprechen:Warum sorgest du und klagest, Gabriel? Geh' heim zu deinem Vater, sage ihm, er solle ohne Umstände den Garten an Nachbar Leder-