und Knicker halten. Der Junge, der Gabriel, kam ge- wiß, um eine Unterstützung für seinen armen Vater zu fordern, und ich Unmensch werfe ihn zum Hause hinaus. Nero, Nero, das können sie mir nimmermehr vergeben!"
„Massa, nur nicht verlieren gleich alles Muth!" entgcgnete der Neger. „Sie nicht wissen, warum kommen Gabriel, also auch nicht wissen, daß Bruder arni. Fahren fort mit Bckannschaft, dann sich machen Alles!"
Der Professor gehorchte, wurde mit Minchen immer vertrauter, und plauderte nun auch mit seinem Bruder, der ihn auch ohne den großen Augcnschirm kaum erkannt haben würde. Der Professor meinte, das müsse nun so fortgehen, zögerte aber von einem Tage zum andern, sich zu erkennen zu geben. Er traute dem Frieden jetzt welliger als je, weil er Minchen und seinen Bruder wirklich von Herzen lieb gewonnen und den festen Entschluß gefaßt hatte, bei ihnen den Rest seiner Lebenstage zuzubringen, wenn ihn nämlich seine Verwandten aufnehmen wollten. Dieses Wenn machte dem armen Professor viele Sorgeu.
Eines Tages kam er in die Laube hinüber, und fand Minchen in Thränen. Er erschrak; aber zutraulich setzte er sich neben sie, und bat so herzlich, Minchen möge ihm doch ihren Kummer entdecken, daß Minchen endlich nachgab und dem Professor ihr ganzes Herz ausschüttete. Sie erzählte ihm von Nachbar Ledermann, von der neuen Handlung, welche ihnen die Nahrung genommen, von dem Verlust ihrer Ersparnisse und von dem Wechsel, der binnen wenigen Wochen bezahlt werden müsse.
„Und heute," fuhr sie still weinend fort, „heute ist nun ein Brief von Ledermann gekommen, der uns mit

