106
saß. Ich begrüßte ihn auf indische Weise, das heißt, ich warf mich zu seinen Füßen und küßte die Erde.
Der König gebot mir aufzustehen und winkte mir freundlich, neben ihm Platz zu nehmen. Er ließ sich zuerst meinen Namen und mein Vaterland nennen, daitn fragte er mich, wie ich in sein Land gekommen sei.
„Ich erzählte dem König ganz ausführlich, ohne ihm das Mindeste zu verschweigen, was ich euch eben erzählt habe, und er war darüber so erstaunt und erfreut, daß er mein Abenteuer mit goldenen Buchstaben aufzuschreiben und die Schrift in dem königlichen Archiv aufzubewahren befahl. Hierauf wurde das Floß herbei- gebracht und die Ballen vor ihm geöffnet. Er bewunderte die Menge und Kostbarkeiten meiner Schätze, vor allen aber die großen Rubinen und Smaragden, denn < er hatte in seinem Schatze keine ähnlichen. Da ich *“*
sah, wie er sie mit Vergnügen betrachtete, besonders die seltensten, so sagte ich ihm, er solle die ganze Ladung des Flosses als sein Eigenthum ansehen. Er aber lächelte und lehnte mein Anerbieten ab. Nicht ärmer, sondern reicher, als ich gekommen, solle ich seine Staaten verlassen, antwortete er. Darauf wieß er mir Diener an und einen Beamten, der für mich Sorge zu tragen hatte, und lud mich ein,, so lange ich in seinem Laitde bleiben werde, ihn recht oft zu besuchen. Das habe ich auch gethan und bin stets freundlich von ihm empfangen worden. Die übrige Zeit aber verwendete , ich dazti an, Land und Leute kennen zu lernen.
„Die Insel Ceylon liegt nicht weit vom Aequator, deshalb ist dort Tag und Nacht das ganze Jahr hindurch gleich. Sie ist fast fünfzig Meilen lang und ungefähr halb so breit. Die Hauptstadt liegt tu einem

