Hassan der Setter

Zn der großen und schönen Stadt Bagdad am Tigris lebten zwei Freunde, beide wohlhabende Männer, der eine jedoch noch weit reicher als der andere. Der reichere hieß Sadi, der andere Saad. Die beiden Männer lebten in herzlicher Freundschaft mit einander und hatten niemals Streit unter sich. Nur über wenige Punkte waren sie verschiedener Meinung und der wichtigste von diesen war folgender. Sadi meinte, das größte Glück bestehe darin, reich und von jedermann unabhängig zu sein. Saad dagegen war überzeugt, daß es ohne Tugend kein Glück gebe.

Eines Tages kamen sie in ein Gespräch mit ein­ander über ein ähnliches Thema. Sadi behauptete, es könnte eigentlich jeder Arme leicht zu einem wohlhaben­den Manne werden. Wenn es ihm nur erst ein einziges Mal gelungen sei, eine Geldsumme zusammenzusparen, die er als Capital anlegen könnte, so mache sich dann die Sache fast von selbst. Aber weil es den Armen in der Regel fast unmöglich sei zu sparen, darum fehle ihnen die Gelegenheit, reich zu werden. Saad zweifelte daran,