Tas ti\m Mädchen.
Der König von Persien war einmal auf der Jagd und von seinen» Gefolge ein wenig abgekommen. Er freute sich, am Rande des Waldes ein Häuschen zu erblicken, denn er war alkmählig sehr durstig geworden. Bei seinem Eintritt kam ihm ein junges Mädchen entgegen, das er — ohne sich zu erkennen zu geben — um einen Trunk bat. Das Mädchen sprang in's Haus zurück und kam bald darauf mit einem Glase wieder, in welches sie einen frischen Stengel Zuckerrohr ausgepreßt hatte. Dem König war der Saft ein großes Labsal; doch konnte er nur langsam trinken, weil etwas Spreu darin war. Als er ausgetrunken hatte, gab er dem Mädchen das Gefäß zurück und sagte dabei: „Dein Trunk war gut, mein Töchterchen; schade nur, daß etivas Spreu darin war." — „Die habe ich mit Absicht darin gelassen," antwortete das Mädchen. „Warum denn?" fragte der König. „Weil ich sab, daß du sehr erhitzt warst," sagte das Mädchen, „und ich fürchtete, du möchtest zu schnell trinken und dir Schaden thun."
Diese Klugheit überraschte den König. Er fragte »veiter, ivie viele Zuckerrohre sie gebraucht habe, um das

