113
fing an zu zittern und ich glaubte wirklich, wir hätten ein Erdbeben. Aber es war etwas Schlimmeres. Ich hörte rings um mich Bäumchen und Büsche brechen und es erschienen Hunderte und aber Hunderte von Elephanten, die nicht etwa vorüberzogen, sondern den weiten Wald umher anfüllten, alle ihre Blicke auf mich richteten und ein furchtbares Geschrei anhoben.
„Die kommen, um den Tod ihrer Brüder zu rächen! sagte ich zu mir selbst. Sie werden dich belagern und aushungern. — Aber sie ließen mir nicht Zeit, diesen Gedanken weiter auszudenken. Drei der stärksten Elephanten traten zu meinem Baum und umschlangen ihn mit ihren Rüsseln. Entsetzen packte mich, es entfielen.mir Pfeile und Bogen vor Schrecken, denn ich begriff, daß sie den Baum ausreisten wollten. Aber ich vertraute noch ein wenig auf die Festigkeit seiner Wurzeln. Da singen sie an zu zerren. Der Baum schwankte und schlitterte, daß ich ihn mit aller Kraft umklammern mußte, um nicht herabzufallen. Jetzt ein zweiter Ruck und noch ein dritter, und krach! war der Baum aus der Erde heraus und die Elephanten ließen ihn langsam zu Boden sinken. Run werden dich ihre Füße zermalmen, dachte ich und schloß die Augen.
„Aber dies geschah nicht, sondern plötzlich fühlte ich inich um den Leib gefaßt, empor gehoben und sanft wieder niedergesetzt. Ich saß auf dem Rücken des größten und stärksten der Elephanten. Er fing an vorwärts zu schreiten und alle andern machten ihm Platz. Als er mit mir an der Spitze der Heerde angekommen war, schlössen sich die übrigen an, und bildeten nun einen gewaltigen Zug, von dessen Tritten die Erde bebte. Ich war auf's Aeußerste gespannt, was sie nun mit mir anfangen würden.
100t Nacht. 8

