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einen jungen Prinzen nichts nützlicher schien, als Reisen an auswärtige Höfe. Der Prinz reiste also mit dem Gesandten ab, aber nur mit kleinem Gefolge, wegen der Länge und Beschaffenheit des Weges. Die Geschenke des Königs au den Sultan von Indien führten sie auf zehn Saumrossen mit sich.
Sie waren bereits seit einem Monat auf der Reise und in weiter, menschenleerer Einöde, als sie in der Ferne -eine dicke Staubwolke erblickten. Beim Näherkommen bemerkten sie, daß dieselbe von etwa fünfzig wohlbewaffueten Reitern herrührte, die in vollem Galopp auf sie zukamen. Bald sahen sie mit Schrecken, daß es Räuber waren, die auch keinen Augenblick zögerten, die geringe Anzahl Reisender anzufallen. Diese vertheidigten sich tapfer. Allein was konnte es ihnen helfen! Bald lagen alle todt oder verwundet am Boden außer dem Prinzen, der, zwar auch schon blutend, sich doch noch im Sattel hielt. Plötzlich spornte er sein Pferd, es gelang ihm, die Räuber zu durchbrechen, und nun jagte er mit Windeseile über die Fläche dahin. Sein Thier jedoch war auch verwundet und konnte deshalb diese gewaltige Anstrengung nicht lange aushalten. Plötzlich versagte ihm die Kraft und es stürzte todt zu Boden. Der Prinz machte sich schleunigst von ihm los, und da er sah, daß ihn Niemand mehr verfolgte, so ver
band er vor Allem seine Wunde, die nicht gefährlich war, und setzte dann seinen Weg zu Fuße fort, wohin? — er wußte es nicht.
Noch einen ganzen Monat mußte er wandern, kümmerlich sich nährend von den wenigen Früchten, die er unterwegs fand, bis er endlich von einem Berge herab eine große Stadt entdeckte, die in schöner, fruchtbarer Gegend an mehreren Flüssen lag. Er hoffte schon, das

