daß Fritz und Magareth wenigstens einer Person im Hause gewiß eben so wenig gefallen würden, als ihnen selbst; das war die Groß­mama. Die verwittwete Präsidentin Romberg lebte seit einem Jahre bei ihrer Tochter, der Commerzienräthin Feige, und war das Haupt und der Mittelpunkt der ganzen Familie. Eine stelze, vornehme Frau, hatte sie nach dem Tode des Präsidenten nur mit großem Schmerz ihre Stellung in der Welt aufgegeben, um im Hause ihres Schwieger­sohnes den Rest ihrer Tage zu verleben. Ihre Tochter räumte ihr natürlich sogleich eine Art Oberherrschaft ein, die der Commerzienrath seiner Schwiegermutter um so williger gönnte, als sie eine kluge Frau mit vielen schätzenswerthen Eigenschaften war und er, den ganzen Tag an das Comptoir oder die Börse gefesselt, sich seiner Familie, nament­lich der Erziehung seiner beiden Kinder Victor und Erdmuthe, wenig widmen konnte. Er war mit ganzer Seele Kaufmann und hatte es durch Fleiß und Kenntnisse zu Ehr' und Ansehen, so wie zu einem hübschen Vermögen gebracht, als dessen Begründer er stets seinen Bruder Franz, den Gutspächter von Gabelsdorf, ansah, weil dieser ihm die Geldmittel zur ersten Anschaffung eines Waarenlagers in un­eigennützigster Weise hergeliehen hatte. Er sprach es oft in Gegen­wart seiner Kinder aus, wie viel Dank er seinem Bruder schuldig sei und würde es ihnen schwer verziehen haben, wenn sie es jemals an Ehrerbietung gegen den Onkel, oder an Freundlichkeit gegen seine Kinder hätten fehlen lassen. Vor dem Vater durften sie also ihren Verdruß über den unerwarteten Besuch sich nicht merken lassen, und die Mama hielt so streng auf das Wohlanständige und Schickliche, daß sie den kleinsten Verstoß der Höflichkeit gegen einen Gast ihres Hauses gewiß gerügt haben würde, auch wenn derselbe ihr nicht so lieb gewesen wäre, wie die Gabelsdorfer Verwandten. Aber die Groß­mutter legte so vielen Werth auf feine Sitten, forderte allerhand Auf­merksamkeiten, von denen die Kinder des Onkel Franz sicher keine