Ä)o jetzt eine der wichtigsten Handelsstädte Preußens, die Festung Dau- zig liegt, da war vor Zeiten ein Fischerdorf, Wicke genannt, dessen Be­wohner sich meist durch den Handel mit Aalen und geräucherten Herin­gen nährten, die sie nach Pommern, Preußen und Polen ausführen. Doch befanden sich auch Kriegsleute daselbst, und der Verkehr mit diesen machte die Fischer wild und streitsüchtig. Wenn sie, wie es

Die Entstehung Daiyigs.

Eine Westpreußische Volkssage.

bei ihnen seit undenklichen Zeiten der Brauch war, an ihren Festtagen Freudenfeuer anzündeten, und niit ihren Weibern und Kindern um dasselbe tanzten, ging es fast nie ohne Lärm und Zank ab, ja, man hatte diese Freudentänze oft schon mit einem Mord geendet.

Der Grundherr des Dorfes Wicke war ein vornehmer wendischer Fürst mit Namen Hagel; er hatte sich ein hölzernes Schloß auf einem Berge erbaut, der noch jetzt, wo von der Burg längst keine Spur mehr zu finden ist, der Hagelsberg genannt wird. Hagel war ein strenger und harter Mann, den seine Unterthanen nicht liebten, weil er das kleinste Versehen rügte, und dazu gab ihm daö wilde und unziemliche Treiben der Wieker nur zu oft Grund und Gelegenheit. Aber er war nicht nur hart und streng, sondern auch ungerecht, und