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ben beiwohnen mußte.Darf ich Dir heut wieder vorlesen?" fragte Margareth, nachdem sie für das schöne Geschenk erfreut gedankt hatte. Die Präsidentin winkte ihr zustimmend mit der Hand und rasch drückte jene einen Kuß darauf.

Am Mittag war eine kleine Gesellschaft zu Tisch gebeten; ehema­lige Schulfreunde der beiden Brüder und auch einige Söhne dieser Iugendgeliossen, Knaben von Victors Alter. Die Kinder befanden sich in einem Nebenzimmer, dessen Thür nach dem Saal zu geöffnet war. Dort war eben das Gespräch auf fremde Sprachen gekommen, und bei dieser Gelegenheit rief der Conimerzienrath seinen Neffen, der ein größeres lateinisches Gedicht vortragen sollte und es auch ohne alle Blödigkeit that. Dafür erndtete er allgemeines Lob, und obgleich er so ruhig zu seiner Gesellschaft zurückkehrte, als ob nicht das geringste vorgefallen sei, so gönnte Victor dem Cousin Fritz die Auszeichnung doch nicht, die ihm zu Theil geworden war; er selbst hatte entschiede­nes Talent zum Komischen, und um doch auch sein Licht vor den Leu­ten leuchten zu lassen, begann er einem alten jüdischen Handelsmann, der im Hinterhause des Commerzienrathes wohnte, in Sprache und Bewegung nachzuahmen. Einige der Knaben lachten laut, Fritz aber stand rasch vom Tische auf, ging zu Victor hin, und indem er seine Hand auf dessen Schulter legte, sagte er bittend;Thue das nicht, Victor, das ist nicht recht!"

Ungeduldig machte Victor sich von ihn, los.Wenn ich einmal Kohlköpfe pflanzen und dreschen lernen wollte, so würde ich Dich vielleicht um Rath fragen," sagte er hochroth vor Zorn,aber was sich schickt oder nicht schickt, verstehe ich besser als Du; also spare Deine Mühe."

Sei nicht so bös," entgegnete Fritz ohne alle Empfindlichkeit. Ich weiß, daß Du mich in vielen Dingen übertriffst, aber ich weiß auch, daß man das Alter ehren und niemals verspotten soll.">