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nicht beliebter bei den andern Knaben und er hatte viel von ihrer Bosheit zu leide». Endlich verließ er die Schule, weil sein Vater starb, und seine alte, schwachsinnige Mutter ihn nun als ihren Ver- sorger brauchte. Mit großem Schmerz entsagte er dem Wunsche, sich der Wissenschaft zu widmen, und fing auf eigene Hand einen kleinen Handel mit farbigem und goldigem Streusand an, denn er hatte nur 10 Groschen als erstes Betriebscapital.
Eines Tages begegnete er, mit einem kleinen Sack vvÜ Sand auf dem Rücke», einigen seiner frühern Schulkameraden, unter denen sich auch Valentin, sein ehemaliger Nachbar befand. „Haltet ihn unter dem Verwände auf, ihm etwas abkaufen zu wollen," flüsterte er geschwind seinen Genossen zu, „ich will mir einen Spaß mit dem Manschet machen." Und damit schlich er sich, während die Andern mit Jacobsohn ein Gespräch anfingen, hinter dessen Rücken, und machte mit dem Federmesser eine Menge Einschnitte in den Sandbentel des arme», kleinen Handelsniannes. — Dann ließ man ihn gehen, die ganze Schaar folgte in einiger Entfernung und sah mit großem Jubel, wie erst langsam, dann immer rascher ein feiner Staubregen von blauem, rothem und goldenem Sande über den alten, schwarzen Sergekittel Jacobsohns herabrieselte. Der junge Jsraelit, der außerdem noch eine Art ledernes Felleisen mit Brnchmetall trug, das er in der Uin- gegend eingehandelt hatte, merkte nichts davon, daß er sein erstes, geringes Handelscapital auf die Straße streue, und erst daheim bei der alten Mutter bemerkte er den Verlust, der für ihn so groß war, daß er bitterlich darüber weinte. Obgleich er sehr bald errieth, wer ihm diesen schlimmen Streich gespielt habe, forderte er von seinen unaufhörlichen Quälern keinen Schadenersatz, wozu diese allerdings bereit gewesen sein würden; aber er ging ihnen, wo er nur wußte und konnte, aus dem Wege. Die leichtsinnigen Burschen, die der Vorfall höchlichst belustigt hatte, nannten ihn von da an nur „Rie-

