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ker Niemand etwas von der Sache gewußt. Man forschte überall nach, zerbrach sich die Köpfe, und hatte doch nicht die geringste, stich­haltige Vermuthung. Der Herr des Hauses war darüber um so verdrießlicher, als die Präsidentin nun au ihrem Geburtstage wirklich so leidend war, daß jede Feierlichkeit unterbleiben mußte.

Zwei Tage später trat Victor ziemlich aufgeregt in das Zimmer seines Vaters.Ich weiß nicht, ob Du mir glauben wirst, Papa," rief er dem Commerzienrath zu,aber Völker hat mir eben gesagt, daß er dasselbe gesehen hat, wie ich, es ist nur zum Verwundern, daß es mir nicht eher aufgefallen ist."

Nun, was habt ihr denn gesehen?" fragte Herr Feige zerstreut, denn er hatte verdrießliche Geschäftssachen im Sinn.

Ich habe den Fritz am Tage vor Großmamas Geburtstag, grade zur Mittagszeit, ganz allein, ohne Mütze und in größter Hast nach jener Gegend des Parkes zu laufen sehen; Völker hat an der Gartenpumpe gestanden, als er zurück gekommen ist, und ist ihm aufgefallen, daß Fritz nicht wie sonst bei ihm stehen geblieben ist und mit ihm gesprochen hat. Auch ist er ihm ganz verstört vorgekommen. Was kann denn der Fritz an dem kalten, windigen Tage im Garten zu thun gehabt haben, und warum mag er allein und ohne seine Mütze sich fortgeschlicheu haben?*

Das weiß ich freilich nicht," sagte der Commerzienrath kopf­schüttelnd,aber daß der Fritz weder eines dummen, noch eines schlech­ten Streiches fähig ist, deffen bin ich sicher. Der leiseste Gedanke dieser Art wäre eine Beleidigung für den braven Jungen, und ich will keine Andeutungen dieser Art wieder hören." Damit wendete der Vater Victor den Rücken zu und schrieb emsig weiter.

Der Knabe ließ sich aber seinen Argwohn nicht so leicht nehmen; war ihm doch schon die Gelegenheit, den verhaßten Vetter ein wenig verdächtigen zu können, höchst willkommen, und er zog nun für's Erste

Saat und Ernte. 9

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