Ich will nichts anderes scheinen, als was ich bin, und mir nicht über Verdienst vergelten lassen, was doch einfach nur meine Pflicht und außerdem meine Freude ist," soll sie der Durchlauchtigen Frau ge­antwortet haben, und ist davon nicht abzubringen gewesen. Der Herr Pastor von Hohenwiesau, der das Begleitschreiben zu dem kostbaren Geschenk geschrieben hat, erwähnt das alles umständlich zu Margareths besonderem Lobe."

Ja, ja, sie war immer etwas absonderlich, die Margaret!)," sagten die Schulgefährtinnen zu einander, und im Grunde des Her­zens mißgönnte ihr keine Einzige das Glück, welches sie gemacht hatte.

10 ')

WaS aber das silberne Altarkreuz betraf, so hatte es damit fol­gende Bewandniß. Margaret!) war mit Clara, die eigentlich schon längst keiner Wärterin mehr bedurft hätte, aber auf das Dringlichste bat, daß ihr liebes Gretchen bei ihr bleiben möchte, von dem Schlosse der Großmama in die Residenz übergesiedelt; denn die Eltern des kleinen Mädchens waren seit einiger Zeit in ihre Heimath zurückge­kehrt. Die Fürstin hatte ihr frisches, blühendes Aussehen wiederge­wonnen, und war voll Freude und Glück über ihr neugeschenktes Leben. Als Clara nach der laugen Trennung freudeweiuend an ihrem Halse hing, sagte sie leise:Ich habe mir Dein Leben erdetet, Mama, und bin immer ein frommes Kind gewesen, wie Gretchen mir es gerathen hat; darum hat der liebe Gott auch auf mich gehört, und Dich wieder gesund gemacht!"

Die junge Fürstin hörte diese Worte ihres Lieblings nicht ohne tiefe Bewegung; sie erfuhr aber auch auö dem weiteren, zutraulichen Geplauder des Kindes, wie Margaret!) es verstanden, die Saatkörner ächter Frömmigkeit in Claras Seele zu legen, wie sie keine Gelegen-