von Boguniil Golz, „Langenstcin unb Boblingen" von Marie Na- thusius und Emmy Herbert, so wie die „Weite, weite Welt" aus dem Englischen, hat sie schon aus ihrer eigenen kleinen Bibliothek herbei gebracht. Die arme Luise — ich kann sie ohne tiefes Mitleid garnicht betrachte», und doch ist sie eines der reichsten Mädchen des Landes, wie Papa meint. Ihr Vater ist General, aber eine Mutter hat sie seit ihrem vierten Jahre nicht mehr. Was nütze» ihr nun alle Schätze der Welt! Sie hat ihre eigene Jungfer mit nnd ist mit allen Bequemlichkeiten versehen; fast in jeder Woche schickt ihr Vater die schönsten nnd seltensten Früchte aus seinen Gärten und Treibhäusern: Aprikosen, Pfirsiche und frühen Wein, wahre Kaleb'strauben; ein anderes Mal kommen ganze Mappen schöner Bilder und zuweilen gar prächtiger Putz, den die Arme aber doch niemals tragen kann. Sie läßt das alles auf dem großen Tisch vor ihrem Ruhelager ausbreiten und sieht es mit trübem, glanzlosem Auge an. Das ist unsäglich traurig. Ich will recht aufmerksam und liebreich zu der Kranken sein! —
Die liebe Tante Minna hat mir wieder eine köstliche Ueberraschung gemacht! Eine große Kiste voll schöner Dinge ist zu meinem gestrigen Geburtstage angelangt, obenauf die Rosa-Baröge, wozu sie mir doch einmal schon daö Geld geschickt hatte, das ich aber anders verwendete. Erzählt hab' ich ihr das freilich nicht, aber daß der bunte Josephsrock, wie Paul ein solches Kleid nennt, noch in meiner Garderobe fehle, hat sie ja gesehen und nun der Sache abgeholfen. Ich muß jedoch ge>tehen, daß mich jetzt der leuchtende Stoff schon nicht mehr so entzückte, wie es noch vor einem Jahre der Fall gewesen sein würde; Mathilde meint: mein Geschmack setze sich schon, aber ein so junges Mädchen dürfe freilich ohne Bedenken noch die schönsten Farben tragen. Den Grund der Kiste füllten Feigen, Orangen, Traubenrosinen und Mandeln aus. Diese süßen Dinge sind ein Geschenk von meinem
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