weichen Wange. Gott behüte mir meine kleine, weiße Rosa, wie ich sie gern nenne, vor eine»! tödtlichen Nachtfrost. Sagt nicht das Lied auch: So Dir gescheut! ein Knospten! was,
So stell es in ein Wasserglas.
Das heißt, gieb ihn, Pflege und den belebenden Sonnenschein der Liebe. O, ich will mich aufraffen und für mein Kind sorgen und schaffen. Es muß das höchste, köstlichste Glück, die Liebe einer Mutter, entbehren; so will ich es dafür mit Allem umgeben, was die Welt Schönes und Edles bietet. Der Wnri» der Sorge soll nicht an meiner weißen Rose nagen, wenn ich es um den Preis meines eigenen Lebens verhindern kann.
Als Ellconor noch lebte, war mein Raine noch unbekannt, meine Arbeit noch wenig geschätzt. Jetzt, da ich den Ruhm und das Glück nicht mehr suche, kommt mir Beides in Fülle entgegen. Wenn ich einmal sterbe, wird mein liebes Kind nicht von fremder Wohlthätigkeit abhängig sein. Ich will Nosa eine gute Erziehung und die besten Lehrmeister geben. Dann gehen wir mit einander nach Italien. Ach, das war der Lieblingstraum ihrer Mutter, sie verschläft ihn nun schon drei Jahre lang in der dunklen Erde.
Das Kind ist immer um mich, auch wenn ich male, und hat schon oft meine Arbeit verdorben, weil sie lebhaft mit ihrer kleinen Hand nach den Blumen oder auch nach Kindergestalten greift, die ich eben auf die Leinewand gebracht habe. Aber ich lebe bereits von ihrer Nähe, von ihrem Lächeln, ihrem kindlichen Geschwätz. Sie wühlt oft Stundenlang in meinem Haar, und ich lasse Pinsel und Palette aus der Hand fallen, wenn sie die Arme ausstreckt und auf meine Kniee gehoben zu sein wünscht.

