ihre Noth mit dem riesigen Fasse hatten, vorüber, »nd gegen das geöffnete Thor hin stürmten, um in das Innere des Schloßhofes zu gelangen! Schwerter und Atzte hatten sie unter ihren Kleidern verborgen, und ihr Vorhaben wäre sicher geglückt, da Niemand auf einen solchen Ueberfall vorbereitet war; aber der Thurmwächter entdeckte noch zur rechten Zeit die Gefahr, und schlug das eifenbeschlagene Thor vor den Anstürmenden zu, gegen das sie nun in ohnmächtiger Wuth anrannten, ohne für diesmal mehr zu erreichen, als die Gefangen- nehmung der beiden Knechte, die ihnen das Bier gebracht hatten, und um die sich Hagel wenig küminerte.
Ingrimmig zerstreuten sie sich, um auf eine andere Gelegenheit zu warten, wo sie ihrer unterdrückten Rachsucht Luft machen könnten. Der Wendenfürst hatte jedoch bei dieser Gelegenheit Respect vor dem Muthe der Wieker bekommen, und es schien ihm nicht gerathen, sie zu noch größerer Erbitterung zu reizen. Nach einiger Zeit entschloß er sich sogar, seine Tochter Pechta einem der Vornehmsten des Dorfes zur Frau zu geben, und so ein leidlich gutes Vernehmen mit den Wiekern herzustellen.
Nun wollte es der Brauch, daß der Bräutigam mit seinen Angehörigen und Freunden komme, um unter großer Festlichkeit seine Verlobte auS dem Hause der Eltern abzuholen; dann mußte er sie auf einen freien Platz inmitten des Dorfes führen, woselbst die Trauung statt fand. Hagel kannte diese Sitte wohl, aber er mißtraute den Wiekern, und wollte sie nicht gerne in so großer Anzahl auf seine Burg kommen lassen. Ae-halb stellte er die Bedingung, daß die Mutter des Bräutigams an ihres Sohnes Stelle die Braut abholen solle, und in ihrem Geleit dürfe sie so viele Jungfrauen mitbringen, wie sie nur immer wolle.
Am Tage, der zur Hochzeit festgesetzt war, bewegte sich daher
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