Ja, ja aus der Ferne," lachte die Frau hömsch,aber komm nur erst näher, da wirst Du den Oelqualm und eklen Geruch der Farbe­stoffe spüren, und vor de» qualmenden' Schornsteinen nicht viel von dem Schlosse sehen, darin ein reicher Fabrikherr wohnt, der Dich weg­jagen läßt, wenn Du nur die Nase durch das Stacket seines Zier­garten steckst."

Warum Du nur immer so böse wirst, Mutter, wenn Du von reichen Leuten redest."

Weil nun, weil ich auch einmal so thöricht war, nach hohen Dingen zu trachten und dadurch immer tiefer iu Elend und Dürftig­keit gerieth. Sieh mich nur nicht mit so großen, verwunderten Augen an, Fried', ein Schloß wollt' ich freilich nicht haben, aber doch nun, das erzähl' icks Dir schon einmal, eh' ich sterbe. Jetzt, denk' ich, thun wir am besten, unserer Wege zu gehen!" Damit schob sie ihr Tuch zurecht und legte ihre Hand wieder an den Wagen.

Und ich darf nicht hinunterlenken?" fragte Friedewalt halb bittend, halb mit trauriger Berzichtleiftung auf seinen Wunsch.Ich sehe für mein Leben gern solch' ein sauberes Dorf mit hübschen Häu­sern und Obstgärten. Ein Schloß hab' ich noch niemals in der Nähe gesehen."

Einige Augenblicke lang kämpfte die Frau mit ihrem Widerwillen in das Thal hinabzugehen und dem mütterlichen Wunsche, ihrem Buben den Wille» zu thun, den sie im Grunde ihres durch Unglück und eigene Schuld verbitterten Herzens so lieb hatte; da kam ein stattlicher Wagen auf der Landstraße daher, dessen Pferde schon in weiter Entfernung die Nüstern weit aufbliesen, unruhig die Ohren spitzten und scheu zur Seite drängten, als sie das kleine Fuhrwerk bemerkten, das sich eben wieder in Bewegung setzte. Da rief die Mutter Friedewalts rasch: Biege rechts ab und fahr in Gottes Namen in das Fabrikdorf hin­ein, schlimmer kann es ja doch nicht kommen, als wenn ich mit ansehen

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