geantwortet, und, wie gesagt, ein paar Wochen grollte ihm Gabriel. Nachher aber vergaß er den Groll wie­der.Ich kenne ihn ja!" sagte er zu sich selbst.Der sitzt unter seinen Eidechsen und Kröten und Würmern und Giraffen, und da denkt er wenig an's Schreiben und Glückwünschen. Im Herzen meint er's ja doch gut, und das ist die Hauptsache."

Ein einziges Mal war Gabriel auch in der Resi­denz gewesen, und zwar vor zehn oder elf Jahren, um einen vortheilhaften Handel abzuschließen. Bei dieser Gelegenheit hatte er seinen Bruder Wilhelm besucht, wie sich von selbst versteht, war aber von dem Be­suche nicht sehr erbaut gewesen. Daheim sagte er zu seiner Frau, als die ihn fragte, wie es denn dem Herrn Schwager ergehe:Ei, ganz gut,'ganz gut, wie es schien. Als ich kam, wollte er grade eine Parthie Vogelhäute ausstopfen, die er von der Insel Java mit­gebracht hatte, und war seclenvergnügt. Ob über die Vogel oder meinen Besuch, das weiß ich nicht. Kurz, nachdem er mich umarnit und zärtlich geküßt hatte, ging er an sein Geschäft und bat mich, neben ihm Platz zu nehmen und zu erzählen, wie's nur gegangen sei, seit wir uns nicht gesehen. Das that ich redlich, und als ich fertig war, sagte er:Schön, Bruder! Wenn du wieder in die Residenz kommst, besuche mich auch wie­der. Du weißt, ich liebe dich herzlich und freue niich jedes Mal von ganzer Seele, wenn ich höre, daß es dir wohl geht. Grüße deine Frau und deine Kinder, und höre, Gabriel, wenn dein kleiner Gabriel etwa Naturforscher werde wollte, so schicke ihn zu mir. Lernen soll er was, dafür stehe ich dir." Damit hatt' ich meinen Bescheid, und konnte abtrollen.