lich geschickt war in allen weiblichen Arbeiten nnd daß ihr Fleiß ihre Gcschicklichkeit fast noch übertraf. Im Nähen und Sticken kam ihr keine von ihren Schulge- fahrtinnen gleich, und dabei ging sie in der Küche der Mutter so flink und gewandt zur Hand, daß diese sel­ber, der man sonst nicht leicht etwas recht machen konnte, ihre stille Freude daran hatte.

Auch Gabriel junior war ein herziger, lieber Bursch, nur stand sein Sinn nach Höherem, als dereinst ein Krämer zu werden, und dieser stolze Sinn des Jun­gen machte Herrn Gabriel senior manche kummervolle Stunde. Was sollte aus der alten ehrwürdigen Firma Gabriel Hochland werden, wenn der Junge ab­spenstig blieb und mit Gewalt dagegen kämpfte, sich in den weichen, warmen Stuhl zu setzen, in dem Vater, Groß- und Urgroßvater so warm und weich gesessen?

Aber Junge!" rief- eines Tages Herr Gabriel senior aus, als Gabriel junior wiederum hartnäckig in den Vater gedrungen war, er möge ihn lassen Bau­meister werden und ihn in die Residenz auf die Bau­schule schicken,aber, Junge, wo und wie in der Welt kannst dn's dem: besser haben, als in Lautcr- berg, in dieser schönen Stadt, als Besitzer und Inha­ber der guten, alten FirmaGabriel Hochland", die weit und breit ihres Gleichen nicht findet. Bist dn nicht eine wichtige Person im Staate als ehrsamer Handelsmann? Muß nicht alle Welt aus Lauterbcrg zu dir kommen, Vornehm und Gering, Hoch nnd Nie­der? Muß nicht selbst der Herr Bürgermeister schicken, wenn er eine Tasse Kaffee trinken, oder eine Prise ächten Karotien schnupfen, oder ein Pfeifchen guten Virginier rauchen, oder Reis und Nudeln in die Suppe