aufführen zu lassen, was das für eine Lust sein muß! Hub wenn dann solch' ein stattliches Gebäude dasteht, stattlich von außen und schmuck von innen, und dann sich sagen zu können: es ist dein Werk, Gabriel! und zu wissen, daß dann mein Name unvergessen bleibt, so lange, wie noch ein Stein auf dem andern haftet, — ach, Vater, was ist das für ein großes Glück gegen
— Dütendrehen uitb Kaffee leihweise verkaufen!" „Junge, du bist ein Narr!" rief Herr Gabriel
zornroth. Aber gleich faßte er sich wieder und fügte traurig hinzu: „Gabriel! thu' was du willst — aber
— du stößst deinem Vater das Herz ab, wenn du in die Residenz gehst!"
Dem Zorne des Vaters mochte Gabriel junior vielleicht Stand gehalten haben, aber seinen Kummer
— nein, den konnte er nicht ansehen, der brach ihm das weiche, gefühlvolle Herz. Er wurde blaß, aber doch sagte er: „Es ist gut, Vater. Ich bleibe und werde dein Lehrjunge, und Keiner soll dir je schönere Düten gedreht haben, wie ich. Verzeihe mir meinen Eigensinn, liebster Vater!"
Nach diesen Worten lebte Herr Gabriel senior neu auf, umarmte seinen Sohn und drückte ihn mit väterlichem Entzücken an seine Brust. „Du bist ein wackerer Junge, Gabriel!" sagte er mit Wonncthränen. „An dir werde ich noch große Freude erleben!"
Gabriel junior ließ sich die Liebkosungen des Vaters wohl gefallen, aber sehr traurig war er trotzdem doch. Im Laden that er seine Pflicht, so daß man nicht über ihn klagen konnte, und war freundlich gegen Jedermann. Aber heimlich härmte er sich und Morgens war oft sein Kopfkissen von Thränen feucht, die
Unverhofft kommt oft. 2

