als Herr Hochland selber; denn Ledermann hatte seine Anstalten so fein und geheim getroffen, daß selbst die Firma Jonathan Winkel's erst in der Nacht, die der Eröffnung des Ladens vorherging, über dem Geschäftslokal befestigt wurde. Die Mägde, die am frühen Morgen zum Brunnen gingen, um Wasser zu holen, sahen mit Erstaunen die großen, goldenen Buchstaben in den Strahlen der Sonne blitzen, und eilten rascher als sonst nach Hause, um ihren Herrschaften die funkelnagelneue Neuigkeit brühwarm zu hinterbringen. Die ganze Stadt gerieth in Bewegung. Wer Zeit hatte, begab sich auf den Marktplatz, um das Wunder anzustaunen, was so über Nacht, wie ein Pilz, aus dem Boden in die Höhe gewachsen war, und alle Welt schüttelte den Kopf und fragte: „Ei, Herrje, was werden Hochland's dazu sagen?"
Jeder Mensch hat seine Freunde und seine Feinde, oder doch wenigstens seine Neider, und so gab es denn auch in Lauterberg viele Leute, die Herrn Gabriel nicht wohl leiden mochten, obgleich er in seinen: ganzen Leben nie einem Menschen etwas Böses gethan hatte. Diese sprachen: „das geschieht den Hochland's schon recht! Haben das Glück lange genug allein genossen, und können nun einem Anderen auch wohl etwas zukommen lassen."
Anderen war die Sache, so weit sie Herrn Gabriel senior und seine Familie betraf, völlig gleichgültig. Gleichwohl hatten auch sie ihr stilles Vergnügen an der neuen Handlung, rieben sich ganz erfreut die Hände, und sagten: „Na, das ist gut! Jetzt ist Concurrenz da, und wir werden Kaffee und Zucker, Reis und Schnupftabak, Syrup und Del und was sonst noch

