30
ZU Lauterbcrg über die Maaßen, und sie schärften ihren Mägden ein, ja nicht zu Hochland's, sondern immer zu Jonathan Winkel zu gehen. Die Mägde gehorchten gern, denn sie hatten auch ihren Vortheil dabei, indem Jonathan Winkel ihnen nicht nur allerlei Schmeicheleien und Lobeserhebungen vorschwatzte, sondern ihnen manchmal auch kleine Geschenke machte, deren Werth, an und für sich gering, doch nicht wenig dazu beitrug, ihnen den Laden des höflichen, freundlichen Mannes angenehm zu machen. Außerdem hatte Jonathan auch noch eilten ganzen Kasten voll Süßholz und Johannisbrod zur Hand stehen, wovon den Kindern ein Stückchen gespendet wurde, wenn sie in den Laden kanicn, wogten sie nun nur einen Häring oder für'n Dreier Wichse oder einen ganzen Zuckerhnt holen. Diese kleinen Geschenke trugen gute Zinsen, und Jonathan Winkel lebte der angenehmen Hosiienng, daß er die alte Firma Gabriel Hochland für immer aus der Grinst des Publikums von Lauterbcrg verdrängt habe.
Herr Ledcrmann lachte ganz vergnügt, während Herr Gabriel Hochland senior immer trübseliger und melancholischer aussah. Gabriel junior dagegen ließ sich das Ding weiter nicht anfechten, denn er hoffte, daß sein Vater ihm nun leichter als früher die Erlaubniß geben würde, in die Residenz zrl gehen und die Bauwissenschaft zu studiren, was noch immer sein höchster und einziger Wunsch war.
Wer weiß, ob nicht Herr Gabriel senior den Wunsch seines Sohnes wirklich erfüllt hätte. Es kam jedoch ein Ereigniß dazwischen, welches nicht nur die Hoffnungen des jungen Gabriel zertrümmerte, sondern

