Tage vermochte er auch das mcht mehr. Er sprach nur wenig und klagte gar nicht. Dennoch beobachteten ihn die Seinigen mit grenzenloser Angst, und ihre schlimmsten Befürchtungen gingen leider, leider in Erfüllung. Herr Gabriel senior wurde sterbenskrank, mußte sich zu Bette legen, und wurde die Beute eines furchtbar heftigen Nervenfiebers.
Man denke sich den Schmerz der armen Frau, den Jammer der unglücklichen Kinder. Tag und Nacht wachten sie an dem Lager dds kranken Vaters, und vergaßen unzählige Thränen, wenn sie ihn in der Fieberhitze Alles aussprechen hörten, was ihre eigenen Herzen mit schrecklicher Beklemmung und gänzlicher Trostlosigkeit erfüllte. Unaufhörlich phantasirte der Vater, schalt auf Ledermann, auf dessen Betrieb Jonathan Winkel nach Lauterberg gekommen war, um ihm die Nahrung von dem Munde wegzunehmen, klagte über seine Mitbürger, die ihn treulos verlassen hatten, jammerte über den Bankier, der ihn um seinen Nothpfennig betrogen, und schrie zuweilen laut auf: „der Wechsel! der Wechsel! Bezahlt ihn mit meinem rothen Blute, denn ich habe ja kein rothes Gold mehr, um ihn einzulösen!"
Jedes Wort, das der Kranke sprach, fuhr wie ein Dolchstich durch die Herzen der Scinigcn, welche kummervoll um sein Bett herum saßen und das Aeußerste aufbieten mußten, um den Vater nur einigermaßen zu beruhigen. Der Arzt, welcher sogleich gerufen war, als der Vater ernstlich krank wurde, die Besinnung verlor und zu Bett gebracht werden mußte, schüttelte bedenklich den Kopf bei der immer höher steigenden Gewalt der Krankheit, die allen feinen Mitteln trotz bot. Er gab

