nur wenig Hoffnung, und Tag um Tag verging, ohne daß nur eine Spur von Besserung eintrat.

Da war es denn ein großes Glück zu nennen, daß wenigstens Eine Sorge von den Herzen der Armen ge­nommen wurde, nämlich die Sorge um den täglichen Unterhalt. Jetzt wo der alte Herr Gabriel auf den Tod krank lag, erinnerten sich seine vormaligen guten Freunde endlich daran, daß er sich doch immer und bei jeder Gelegenheit als ein wackerer und rechtlicher Mann bewiesen, und Manche bereuten es sogar, daß sie ihm ungetreu geworden und ihm ihre Kundschaft entzogen hatten. Ein Theil der alten Kunden fand sich wieder im Laden ein, und wenn Gabriel Abends die Kasse überzählte, fand er wenigstens so viel Geld vor, daß er der Mutter hinreichende Mittel zur Bestreitung des ohnehin beschränkten Haushaltes übergeben konnte. Ab­gesehen hieven that ihm auch die Theilnahme sehr wohl, welche sich von allen Seiten her aussprach. Das Haus wurde nicht leer von Besuchen, die sich nach dem Be­finden des Kranken erkundigten, die besten Wünsche zur Genesung desselben aussprachen, Hülfe und Bei­stand nach ihren Kräften anboten, und die Mutter wie die Kinder zu trösten und zu crmuthigen suchten. Diese Besuche trugen doch wenigstens einigermaßen dazu bei, die trüben Wolken des Kummers zu zerstreuen, und die ausgesprochene Theilnahme that Allen wohl. Frei­lich war der Trost nur schwach und vorübergehend, denn ach, die schwerste und drückendste Sorge, die Sorge um Bezahlung des Wechsels nämlich, konnte ja kein freundliches Wort von den Herzen der Bedrängten nehmen.

Eines Nachts hatte Gabriel das Wächtergmt bei