Oheim, Gabriel, ist ein reicher Mann und hat demen Vater, wie ich bestimmt weiß, auch herzlich lieb. Wenn er hört, wie krank er ist und wie übel es mit ihm geht, so erbarmt er sich vielleicht unserer hülflosen Lage und rettet uns vor der äußersten Noth. Dieses Haus, dieser Garten ihm nützt Beides so wenig, und viel­leicht brächte er es uns zum Opfer. Dann wäre uns geholfen, wir könnten den Wechsel bezahlen, der uns Allen so schwer auf dem Herzen liegt, und nachher würde Gott auch wohl weiter helfen. Nur der Wech­sel, der Wechsel, der allein drückt uns zu Boden! Geh', Gabriel, geh', mein lieber Sohn, und der Himmel sei mit dir. Vielleicht hat Gott selber dem kranken Vater den Gedanken eingegeben, dich nach der Stadt zu schicken! Vielleicht bringst du uns Hülfe und Rettung zurück, und dann wird auch dein Vater gesund und wir Alle wieder froh werden. Geh', mein lieber Gabriel, und fürchte nicht, daß der Vater deine Abwesenheit em­pfindet. Minchcn und ich wollen ihn doppelt sorgsam pflegen, während du fort bist, und morgen Abend kannst du ja auch schon zurück sein. Geh', mein Sohn, und der Himmel sei dein Begleiter!"

Da auch die Mutter in ihn drang, den Befehl des Vaters zu erfüllen, weigerte sich Gabriel nicht länger, den Weg nach der Residenz anzutreten, und den Oheim, den er noch nie gesehen hatte, aufzusuchen. Er verließ das Zimmer, begab sich in sein kleines Gemach und traf seine Vorkehrungen zur Abreise. Während er noch damit beschäftigt war, ein kleines Bündel Wäsche zu­sammen zu packen, kam seine Schwester zu ihm und gab ihm ein Päckchen in Papier gewickelt, das er tnjt in die Residenz nehmen sollte,