heu König ein Schreiben schicken, und an einen guten Freund ein paar Flaschen Wein, macht aber hie Aufschrift unrecht, und ha bekommt denn her König den Wein und ein Briefchen, worin geschrieben steht: „Trink', alter Freund, und stärke deine erkrankten Glieder an einem Glase alten Syraknser!" Der König soll gelacht haben, daß ihm das Bäuchlein wackelte, und da lachte denn natürlich pflichtschuldigst der ganze Hofstaat mit. Na, siehst du, lieber Junge, so ist dein Herr Onkel, und darum geh nicht von ihm weg, bis er dich begriffen hat, worauf er Alles thun wird, was recht ist; denn ein braver Mann ist er doch, trotz seiner Würmer und Heiden und Menschenfresser. Bist du nun satt?"
»Ja," sprach Gabriel, „Hunger und Durst sind verschwunden."
„So? Na, das freut mich," erwiederte Frau Strauch, die freundliche Wirthin, und rief den Hausknecht herbei, der Gabriclu schleunigst Stiefel und Kleider blank putzen mußte. „Und geh' nun zu deinem Onkel, Jungcchen," sprach sie weiter und betrachtete den schmucken Jüngling mit wohlgefällig musternden Blicken. „Zu Hanse triffst du ihn gewiß, und der Johann soll dich zu ihm bringen, damit du nicht fehl gehst. Mache dich fertig, Johann."
Der Hausknecht setzte nun seine Mütze auf und begleitete Gabriel durch mancherlei Gassen und Gäß- chen, bis er endlich in einer breiten, schönen Straße vor einem großen Hause oder vielmehr Palaste stehen blieb. „Das ist das Naturalienkabinct, wie sie's nennen, wo der Herr Professor drin wohnen," sagte er.

