55
suchte Nach der Thür, um zu fliehen, und fand sie nicht. Sei» Gesicht blutete, uud das Blut, welches von der Stirn über seine Augen floß, blendete ihn völlig. Er rannte gegen die vergitterten Kasten — die Affen darin kreischten auf — Andere stimmten mit ein —• Alle rüttelten mit Macht an den Eisenstäben oder zerrten an ihren Ketten — Gabriel schrie Zeter und Mordio, nnd es gab einen Spektakel durch einander, der den vernünftigsten Menschen hätte verrückt machen können. Der arme Gabriel gab sich verloren, wehrte sich aber verzweifelt gegen die blitzschnellen und wüthenden Angriffe des Pavians. Blind schlug er mit seinem Stocke um sich, schmetterte ein kleines Löwenäffchen mit zerbrochener Hirnschale zu Boden, vermochte sich aber nicht von dem Paviane zu befreien, der mit allen zehn Fingern auf seinem Kopfe hcrumtrommelte. Plötzlich erscholl das laute Klatschen einer Peitsche — eine zürnende Stimme wurde durch' das Getümmel hörbar — und Gabriel athmete tief auf, denn er fühlte sich im nämlichen Augenblicke von der Last seines wüthenden, übermächtigen Gegners befreit. Alles ringsum wurde auf einmal ganz still, und Gabriel vernahm eine Stimme, welche ihm zurief: „Was das für ein Unsinn? Wer kommen daher uud zanken mit Affen! He, wer du sein, du Menschenkind, du Teufelsbraten? Was zu suchen hier in Königs Menagerie?"
Gabriel zog sein Schnupftuch aus der Tasche, wischte sich das Blut aus den Augen, und erblickte nun mit neuem Entsetzen einen kohlschwarzen Mann mit großen funkelnden Augen, die ihn wild und zornig anstarrten.
„Was, Menschenkind du hier suchen?" schrie dieser

