maim verkaufen, und wenn der Erlös noch nicht hinreichte den Wechsel zu bezahlen, so solle er sich an seinen Bruder, den reichen Professor in der Residenz wenden, und der werde dann vor den Riß stehen, und der ganzen Traurigkeit mit Einem Male ein Ende machen!"
Auf diese Weise oder so ähnlich, glaubte Gabriel, würde der reiche Herr Oheini zu ihm reden; aber statt dessen hatte derselbe ihn schnöde behandelt, ihm barsch die Wege gewiesen, ihn gescholten, wie einen Betteljungen, ihn aus dem Hause werfen lassen, und dieß Alles aus dem einzigen, nichtigen Grunde, weil Gabriel sich gegen den verwünschten Pavian seiner Haut gewehrt, und ohne alle Absicht, nur durch einen unglücklichen Zufall den Marikina todtgeschlagen hatte.
„Nein!" rief er unwillkührlich laut aus — „der Oheim hat kein Herz, oder doch nur ein Herz für seine unvernünftigen Thiere, über die er seinen einzigen Bruder und dessen ganze Familie vergißt. Mögen Alle zu Grunde gehen, wenn nur seine Äffen und Paviane keinen Schaden erleiden! Nein, auf ihn können wir nicht rechnen, auf ihn nicht unsere Hoffnung setzen, sondern dürfen mit Zuversicht allein auf Gott vertrauen, der uns ja helfen wird, wenn wir auch nicht wissen, wie und wann! Von ihm allein kann ja noch Rettung kommen vor unserem Elende!"
Wenn Gabriel seine Gedanken zu Gott erhob, wurde er ruhiger, aber es dauerte nicht lange, so nahm der Trübsinn wieder überhand in seiner Seele, und wenn der Herr Vetter aus Rohrdorf nicht gewesen wäre, so hätte er seiner Traurigkeit wohl öfter in Thränen Luft gemacht. So aber hielt er an sich, und kam endlich mit leidlicher Fassnng in Rohrdors an.

